Am Freitag den 07. Oktober war es soweit: Wir brachen auf Richtung Saarbrücken, um die Drachenbootsaison 2016 mit einem gemeinsamen Wochenende und der Teilnahme an Europas größter Langstreckenregatta zu beenden. Auf der Startliste für dieses Jahr standen 46 Teams aus vier Ländern und wir durften dabei sein.

Die Anmeldung erfolgte bereits in der Nacht vom 31.07. auf den 01.08.2016 und war an sich schon eine aufregende Geschichte. Um 0:00 Uhr wurden die Online-Anmeldungen freigeschaltet und aus der Reihenfolge der Registrierungen wurden dann die verfügbaren Plätze besetzt. Nach 10 Minuten waren in diesem Jahr alle Startplätze belegt. Wir konnten dabei Startposition 20 ergattern.monkey jumble saarbruecken 2016 14 20161016 1436706204

Nach einem gemütlichen Ausklang am Freitag Abend, mussten wir am folgenden Vormittag erst einmal unser vorab reserviertes Boot auf dem 4,5km entfernten Gelände der Kanuwanderer Saar e.V. entgegennehmen und für das nahende Rennen vorbereiten. Bisher hatten wir noch keine Erfahrung mit dem Monkey Jumble gemacht; uns war allerdings klar, dass es unruhig und nass werden würde. Bei einem Massenstart und so vielen Booten auf engem Raum nicht verwunderlich. Nach einer knappen Stunde Arbeit waren Spritzschutz, Wasserpumpen und Schläuche angebracht und unsere Konstruktion von anderen Teams, die ebenfalls ein Boot beim gleichen Verein geliehen haben, begutachtet. Der Transport der Boote zum Start wurde glücklicherweise vom ortsansässigen Team organisiert, so dass auch die „Boots-Bauer" gerade noch rechtzeitig um 12 Uhr zum Sammeln vor dem Hotel erscheinen konnten. Zu Fuß ging es dann die 700m bis zum Gelände auf dem sich alles abspielen sollte. Die Nervosität war dem ein oder anderen schon jetzt deutlich anzumerken.

monkey jumble saarbruecken 2016 19 20161016 1434251236Unser Boarding begannen wir um 13:30 Uhr. Die Saar war zu der Zeit noch recht leer, so kamen wir wenigstens nicht schon vor dem Startschuss ins Getümmel und hatten noch genug Gelegenheit uns warm zufahren und an das Boot sowie die Gegebenheiten zu gewöhnen. Zehn Minuten vor Start fuhren wir Richtung unserer Position ein und legten uns fest. Aus den Lautsprechern ertönte begleitende Musik, Interviews von Teilnehmern aus den vergangenen Jahren und immer wieder die Info wie viele Minuten verbleiben, bis es losgeht. Noch 5 Minuten bis zum Start .... Noch 3 Min ..... noch 2 Min .... Noch 30 Sek. .... Und dann ...

„Showtime": Drei Kanonen gaben den Startschuss und die Jagd war eröffnet.

46 Boote im Massenstart! Das brachte die Saar zum Kochen und begeisterte die Zuschauer rund um die Strecke. Nach kurzer Irritation durch den lauten Knall haben wir einen guten Start hingelegt und gingen auf die Strecke. Schon vor der ersten Wende heftete sich unser Steuermann „Kalli" an voran fahrende Boote, nutzte jede kleine Lücke und setzte uns auf jede nur mögliche Welle. Das Boot lief gut! Immer wieder peitschte er uns an und forderte „Und jetzt nochmal 30 Harte!" ... Wir haben die letzten Wochen zwar gemeinsam die Langstrecke trainiert, aber ohne Gegner mit weitaus weniger Druck. Da gingen einigen von uns schon auf der ersten Etappe Gedanken durch den Kopf, wie: „Das schaffe ich nicht bis zum Ende".

An der ersten Wendemarke wurde es richtig eng. Wir mussten etwas Druck raus nehmen, aber anschließend auch schnell wieder in Fahrt kommen. Von Beginn an lieferten wir uns ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Team „DBC Meilen" aus der Schweiz. Das motivierte noch einmal besonders und ließ uns nicht einbrechen. Wir wollten hier definitiv nicht den Kürzeren ziehen. Pascal und Fiona (unsere Trommlerin) trieben uns an, was das Zeug hielt.

Auf dem Weg zur 2. Wendemarke setzte heftiger Regen ein. Auch das noch. Dazu war es unter der Luisenbrücke leider auch so voll, dass wir außerplanmäßig links vom Brückenpfeiler vorbeifahren mussten. Dies brachte uns eine Zeitstrafe von 30 Sekunden ein. Ärgerlich, aber zum einen geht Sicherheit vor und zum anderen hätten wir die Zeit beim Abstoppen des Bootes ebenfalls verloren. Wir kämpften weiter und wurden immer wieder zum Druckaufbau angetrieben. Wir hielten sehr gut mit, das spürten wir... und wir hatten richtig Bock darauf!monkey jumble saarbruecken 2016 66 20161016 1099015206

Die zweite Wende lief eng und wir schoben uns innen an mehreren Booten vorbei, die einen größeren Wendekreis hatten. Nun ging es auf die vorletzte Strecke. 3,6 km die Saar hoch ... Hier konnten wir endlich auch das Schweizer Team hinter uns lassen. Durch immer wiederkehrende Fights mit anderen Booten und den Wellen und Wassermassen kamen einem die Distanzen gar nicht so weit vor, wie im Training. An Aufgabe oder Schwäche dachte schon lange niemand mehr. Unter Beifall vieler Zuschauer ging es in die letzte Wende und auf die finalen 1,9 km bis zum Ziel. Endspurt!

Kurze Zeit später hatten wir es geschafft. Die Ziellinie war überquert. Ausgepowert aber mega glücklich wollten wir eigentlich nur wissen, ob unser selbstgesetztes Ziel erreicht wurde. Wir hatten uns vorgenommen, dass wir zum einen nicht Letzter werden und zum anderen unter einer Stunde für die 11km benötigen. Das sollten wir aber erst bei der Siegerehrung erfahren, die knappe 1,5 Stunden später angesetzt war. Also erst einmal im Hotel, duschen und raus aus den nassen Klamotten, bevor wir uns gemeinsam auf den Weg zur Siegerehrung am Regattagelände machten.

Das Ergebnis ... seht selbst:

MJ Ergebnis

Wieder ein geiles Erlebnis mit einem Wahnsinns-Team!  Unsere Saison 2016 ist damit erfolgreich beendet und wir gehen ins Wintertraining bei dem in diesem Jahr die Integration der zahlreichen Neuzugänge und Techniktraining/-Ausbau auf dem Plan steht. Im kommenden Jahr greifen wir wieder an und wollen auch wieder in Saarbrücken dabei sein.